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Körnerstraße 56 - Historisches

Die Innere Leipziger Südvorstadt
Noch vor 150 Jahren prägten Wassermühlen, Vorwerke, idyllische Gärten und der markante Floßplatz das Areal der heutigen Inneren Südvorstadt. Erst mit der einsetzenden Industrialisierung wurden die Stadtmauern zur Petersvorstadt durchbrochen und das Stadtgebiet in südlicher Richtung erweitert. Die alten Bebauungsstrukturen sind heute nur noch an den wenigen vorhandenen Straßenverläufen ablesbar. So befand sich bis 1866 auf dem Grundstück des heutigen Münzblocks das Gasthaus und Schießhaus zur Grünen Linde.
Mit der Einweihung des Bayrischen Bahnhofes im Jahr 1844 brach eine neue Entwicklungsetappe an. Im pulsierenden Umfeld des Neubaus wurden Hotels, Gaststätten und Wohnhäuser errichtet. Auch der alte Gasthof machte einem stattlichen Wohn- und Geschäftshaus, dem Münzblock als heutiges Eingangstor zum Leipziger Süden, Platz.
Mit der Neugestaltung der Petersvorstadt zum ausgehenden 19. Jahrhundert wurde der sogenannte Königsplatz angelegt. Das Eingangstor zur Südvorstadt erhielt damit eine repräsentative und weltstädtische Prägung. Die Stadt Leipzig war auf dem Weg zu einer europäischen Metropole.
In südlicher Richtung wurden weitere Wohnstraßen angelegt. So auch die Hohe Straße, die zum Zeitpunkt ihrer Anlegung die höchstgelegene Straße der Stadt war. Von Westen bis hin zum südlich gelegenen Floßplatz entstanden in den Folgejahren gründerzeitliche Wohnhäuser.
Auf dem Gelände der alten Kiesgrube, dem heutigen Schletterplatz, begann um 1882 der Bau der weithin sichtbaren Peterskirche. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges prägte der wirtschaftliche Aufbruch das Baugeschehen. Ganze Straßenzüge wuchsen empor und bestehende Gebäude wurden zu Repräsentationsbauten umgestaltet.
Die Südstraße, heute Karl-Liebknecht-Straße, entwickelte sich zu einer Magistrale. Parallel wurden die heutige August-Bebel-Straße sowie die Arthur-Hoffmann-Straße zur städtebaulichen Entwicklung-sachse. Aus der ehemals dörflich geprägten Petersvorstadt wurde der Teil einer Großstadt.
Die Körnerstraße 56
Mit Leipzigs Entwicklung zur Großstadt bot sich südlich der Altstadt, begrenzt durch den neu entstandenen Bayerischen Bahnhof, ein potentielles Entwicklungsgebiet. So veröffentlichte der Rat bereits 1866 einen ersten großen Bebauungsplan. Dieser Plan entsprach dem Ideal der Bebauung einer europäischen Stadt des 19. Jahrhunderts. Er war als Gitternetz gebildet, das aus mehreren mit dem Lineal gezogenen, von Nord nach Süd parallelel laufenden Straßen bestand. 1873 setzte rege Bautätigkeit ein, zunächst an der Schenkendorf-, wenig später in der Körnerstraße. Die Grundstücksparzellen wurden meist an private Bauherren verkauft und von diesen auch bebaut.



