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Körnerstraße 56 - Historisches

F.A. Schütz - Hofmöbelfabrik
Mit Leipzigs Entwicklung zur Großstadt bot sich südlich der Altstadt, begrenzt durch den neu entstandenen Bayerischen Bahnhof, ein potentielles Entwicklungsgebiet.
So veröffentlichte der Rat bereits 1866 einen ersten großen Bebauungsplan. Dieser Plan entsprach dem Ideal der Bebauung einer europäischen Stadt des 19. Jahrhunderts. Er war als Gitternetz gebildet, das aus mehreren mit dem Lineal gezogenen, von Nord nach Süd paralelelaufenden Straßen bestand. 1873 setzte rege Bautätigkeit ein, zunächst an der Schenkendorf-, wenig später in der Körnerstraße. Die Grundstücksparzellen wurden meist an private Bauherren verkauft und von diesen auch bebaut.
F. A. Schütz - Hofmöbelfabrik
Im Jahr 1880 wurde der Bauantrag zur Errichtung eines Fabrikgebäudes mit Maschinenhaus und Ausstellungshalle auf den Grundstücken Körnerstraße 54/56 von der Firma Schütz eingereicht.
Gründer des Unternehmens war Friedrich August Schütz, welcher zunächst ein Handelsgeschäft für Tapeten betrieb und 1880 zum königlich-sächsischen Hoflieferanten und Kommerzialrat berufen wurde.
Der enorme Erfolg der Unternehmung, die wachsende Nachfrage sowie die Notwendigkeit einer industriellen Produktion machten mehr Raum notwendig. In wenigen Jahren entstanden auf dem Doppelgrundstück eine Möbelfabrik mit moderner Tischlerei und Polsterei.
Für Innovation sorgten eine Bildhauerei sowie ein Architekturbüro und eine Lehrwerkstatt für 160 Mitarbeiter. Hergestellt wurden Einzelmöbel sowie komplette Innenausbauten, welche zunächst in Katalogen angeboten wurden.
1909 kam ein Einrichtungshaus in der Körnerstraße 54 hinzu, welches 100 Musterräume präsentierte. Die Nachbarschaft war damals kaum bebaut. Die Katholisch-Apostolische Kirche in der Körnerstraße 58, mit markanter gotischer Giebelfront als Eingangsseite, entstand erst 1896/97.



