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Chopinstraße 3 - Ein Baudenkmal entsteht neu

Baudenkmal Chopinstraße 3. Informationen über das Graphische Viertel.
Das Graphische Viertel, das aus der alten Leipziger Ostvorstadt hervorging, ist aus dem Bewusstsein der Leipziger Bevölkerung weitgehend verschwunden. Auf Grund der besonderen städtebaulichen und kulturgeschichtlichen Entwicklung ist das Viertel jedoch von außerordentlich hoher historischer Bedeutung.
Berühmte Persönlichkeiten, wie der Verleger Friedrich Arnold Brockhaus, das Komponistenpaar Robert und Clara Schumann sowie Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn wohnten einst im Grafischen Viertel. Der Komponist Johann Sebastian Bach, der Dichter Christian Fürchtegott Gellert sowie alle bedeutenden Kaufmannsfamilien fanden auf dem alten Johannisfriedhof ihre letzte Ruhestätte.
Durch die Auenlandschaft im Westen der Stadt, beschränkte sich das Wachstum Leipzigs bis Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst auf die Flächen östlich und südöstlich der Stadtmauer. Nachdem die Festungsanlagen beseitigt waren, entstand sowohl die Grimmaische Vorstadt als auch die Johannisvorstadt. Kern der Grimmaischen Vorstadt war das Johannishospital mit Kirche und Friedhof, das bereits um 1278 erstmals urkundliche Erwähnung fand.
Bereits 1831 gabe es unter den Stadtverordneten erste Bestrebungen die Stadtfelder vor dem Osttor zu bebauen. Noch im selben Jahr reichten einige Bauherren erste Parzellierungspläne ein, auf deren Grundlage das Stadtterrain großflächig erweitert werden sollte. Schon wenig später entstanden erste Wohnhäuser, Manufakturen, Werkstätten und Gärten in enger Symbiose.
Der Bau des Bayerischen Bahnhofes in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts gab der Entwicklung des Viertels einen enormen Schub. Die Ostvorstadt entfaltete sich zunehmend zum Hauptentwicklungsgebiet der städtischen Expansion. Insbesondere Verleger und Buchdrucker wanderten auf der Suche nach günstigen Erweiterungsmöglichkeiten aus dem Stadtkern in die nahe Ostvorstadt ab. Aus kleinen Buchmanufakturen eintwickelten sich im Laufe der Industriealisierung nahmhafte Fabriken, die aus dem Buch ein bezahlbares Medium für die breite Bevölkerun machten.
Durch die hohe Konzentration von Druckereien, Verlagen, Buchbindereien und Bildungseinrichtungen des Buchgewerbes erhielt die Ostvorstadt ihren einzigartigen Charakter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich hier das wirtschaftliche Zentrum der graphischen Industrie Deutschlands, namensgebend und ablesbar in vielen beeindruckenden Bauten dieser Zeit.
Die rasanten Entwicklung von der Vorstadt zum Stadtteil brachte auch einen Wandel der baulichen Struktur mit sich. Das alte Johannishospital mit Kirche wurde abgebrochen und 1897 durch einen barocken Prachtbau auf dem Johannisplatz ersetzt. Die imposante Platzanlage war bis zu den veheerenden Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges Eingangstor zum Leipziger Osten und Mittelpunkt städtischen Lebens.


